2023 Tiznit, Sidi Ifni, Taroudant

2023 von Taraoute nach Taroudant scaled
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Tiznit

Dienstag, 21.3.2023 (52. Tag); Hier sind die Temperaturen gerade wieder einiges höher als die letzten Tage, also leicht über 30 Grad. Darum gehen wir heute schon am Morgen in die Medina von Tiznit, und kaufen uns ein paar 0815-Sachen. Natürlich immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht während dem obligaten Handeln! Ausser bei den Lebensmitteln, die sind sowieso ja auch sehr günstig. Sonst aber läuft heute nicht so viel. Denn nur schon das Schlendern durch die Gässchen und Strassen ist ein Event, welcher wir immer noch zuerst verarbeiten müssen! Ich mache mich am Nachmittag dann doch noch auf, um einen Spannungsregler zu kaufen. Das ist ein Gerät, welches die Stromschwankungen stabilisiert, die auftreten können, wenn das Womo auf einem Campingplatz an den Strom angeschlossen ist. Und von Schauergeschichten haben wir nun hier in Marokko genug gehört; jetzt mache ich Nägel mit Köpfen! Am Abend gibt’s dann wieder einmal etwas europäisches; Pizza in einem kleinen Restaurant mitten in der Altstadt!

Sidi Ifni, ein paar Tage am Meer

Mittwoch, 22.3.2023 (53. Tag); Das Frühstücksmüsli gibt es wieder in der Morgensonne. Das bringt mich gerade zur Sache mit der Zeitverschiebung, welche wir vor drei Tagen gehabt haben. Und zwar nach hinten! Nicht nach vorne wie es im Frühjahr in Europa gemacht wird. Den Grund ist im Ramadan zu finden. So sind die Tage kürzer, respektive ist es am Abend schneller dunkel. Am 23. April geht es dann wieder zurück mit dem Stundenzeiger. Wir packen also unsere Siebensachen und fahren los nach Sidi Ifni. Ein Ort am Meer, welcher uns von den Franzosen (siehe unser Aufenthalt in Merzouga) empfohlen wurde. Kurz nach der Stadt lassen wir das Grauwasser irgendwo am Strassenrand raus. Daran haben wir uns nun auch schon gewöhnt. Denn in den Campingplätzen gibt es nur Frischwasser und die Möglichkeit, die Toiletten (franz: Cassette) zu leeren. In Sidi Ifni machen wir bald schon eine Velotour, um die Stadt, welche auf eine Felsenklippe über dem Meer gebaut ist, zu erkunden.

Donnerstag, 23.3.2023 (54. Tag); Wir starten den Tag gemächlich. Ein bisschen Wäsche waschen. Es hat eine Maschine, viel Sonne und eine leichte Brise, welche das waschen und trocknen speditiv erledigen… Ein Verkäufer von Aussenisolierungen für die Frontscheibe (im Winter gegen Kälte, im Sommer gegen die Hitze) macht seine Runde auf dem Platz und kann mich überreden, eine solche Matte bei ihm schneidern zu lassen. In meiner dreijährigen Aktivzeit als Wohnmobilist hatte ich sicher schon zwei solche Matten gekauft plus einige Versuche Marke Eigenkreation. Aber nie war es das, was ich mir gewünscht hatte; zu dünn, zu dick, zu schwer, zu klein, zu gross, zu weissichwas – einfach nie passend zu meinen Wünschen. Mal schauen ob es jetzt klappt. Die Matte sollte in zwei Tagen produziert sein. Wir haben auf jeden Fall keine Mühe, uns hier zu beschäftigen. Heute mit Mittagessen kochen und essen. Das erste Mal im Meer baden (gefühlte 18 Grade, geht also für März und Atlantik), Einkaufen auf dem Markt, Nachtessen kochen und essen. Gute Nacht!

Freitag, 24.3.2023 (55. Tag); Der Tag startete leicht neblig, was uns bis zum Abend begleitet hat. Dafür könnte man den heutigen Tag auch «Sporttag» nennen. Nicht wegen dem vielen oder gar intensiven Sport, aber dem Diversen; Am Morgen eine Vélofahrt bis zu einem unterspülten Felsenteil. Am Nachmittag in die Stadt (immerhin 46 Höhenmeter rauf…) Einkaufen auf dem Fisch- und Gemüsemarkt, was einem Slalom um die Einheimischen gleich kommt. Später dann wieder kurz Schwimmen (OK, eher Planschen) in den Wogen des Atlantiks. Das wars eigentlich schon für heute! Oh nein; jetzt, 20.30h, sitzen wir noch vor dem Wohnmobil und hören den Gesängen des (nein – der) Muezin(s) zu. Diese sind, seit dem Ramadan, viel öfter zu hören als vorher. Vor allem jetzt, zu dieser Zeit. Richtig meditativ, beruhigend. Irgendwie schön!

Samstag, 25.3.2023 (56. Tag); Das heutige Highlight war eigentlich schon der Handwerker, welcher mir wie abgemacht die Sonnen-Kälteschutz Blache für die Windschutzscheibe gebracht hat. Ich konnte nicht einmal den ersten Kaffee vor dem Womo trinken und schon stand er da. Das Teil sieht nicht schlecht aus. Es brauchte noch 4 zusätzliche Ösen, welche er postwendend noch montiert hat. Wie sich diese Blache dann im Praxistest bewährt, sehe ich erst mit der Zeit. Es ist erstaunlich, wie viele Leute wir in den Strassen der Dörfer sehen, welche in diesem Land einfach in den Tag hinein leben (das ist auf jeden Fall unser Eindruck), und andere sind geschäftstüchtig wie nur was. Gerade die Handwerker, welche wir schon auf dem Campingplatz gesehen haben und wissen, dass Touristen doch den einen oder anderen Euro locker machen (können); zum Beispiel der Bäcker, welcher ich schon vor ein paar Tagen hier erwähnt habe, oder einer, welcher mit einem riesigen Paket Scheibenwischer (natürlich passend zu den Fiat Ducatos oder den Mercedes Sprinter, welche die gängigsten Basismodelle für Womos sind, von Kunde zu Kunde geht, und die Scheibenwischer ersetzt. Gestern ist hier einer durchgefahren und hatte die Womos mit Beulen im Visier; er sei Spengler und mache die Reparatur auf Platz. Oder derjenige, welche die leeren Gasflaschen sofort ersetzt. Oder halt der Garagenbesitzer, welcher Reparaturen oder Services auf Platz oder in der nahen Garage anbietet. Sodeli, das war es schon von heute! 19.55h, ich warte auf die mediativen Ramadan-Gebete, welche unseren Abend definitiv einläuten (einrufen…)

Agadir, der Weg ist das Ziel!

Sonntag, 26.3.2023 (57. Tag); Heute haben wir wieder gelernt, dass es in Marokko einfach einiges länge braucht, als die von Google Maps berechneten 2 Std. 12 Minuten für eine Strecke, nämlich 5,5 Stunden! OK, die Fahrt heute startet einfach. Ein paar Fotos hier, ein paar Aussichtsstopps da. Dann geht es auf kleinere, ganz schmale Strassen; kein Problem, aber durch die Schlaglöcher müssen wir das Tempo nochmals reduzieren (Schlaglöcher auf «Schnellstrassen» also diejenigen welche mit 80 gefahren werden können sind aber noch schlimmer, weil die Löcher aus dem Nichts kommen! Die Schlaglöcher in den Dörfern sind OK – bei uns wären einfach 30er Zonen nötig. Hier haben sie Schlaglöcher «eingebaut»). Dann gib es Dromedar- und Schafherden zum Bestaunen. Früchte- und Gemüseeinkäufe in einem Dorf nehmen auch Zeit in Anspruch, vor allem wenn die Rechnung so genau geschrieben wird. Die letzten 15 Minuten vor dem Campingplatz werden auf einmal eine Stunde, denn das Navi führt uns auf Schotter- und Sandstrassen ins Nirgendwo (siehe Foto vom Naviprotokoll…. Die Frau im Navi sagte nicht einmal mehr «Bitte wenden, bitte wenden…» denn sie war wahrscheinlich auch überrascht, dass man so kurz vor dem Ziel so falsch sein kann!

Montag, 27.3.2023 (58. Tag); Gut gefülltes Programm heute: Zuerst fahren wir nach Agadir; das war eigentlich nicht unbedingt auf unserer Wunschliste, aber wenn die Stadt schon so nahe ist… und dann haben wir noch den Marjane auf der Liste; wieder einmal ein paar europäische Esswaren kaufen. Da es von diesem Supermarkt nur ein paar wenige Velominuten bis zur Strandpromenade sind, lassen wir unser Womo auf dem Parkplatz stehen und wagen uns in die Nähe des Hotel- und Strandlebens einer angesagten Feriendestination. Für uns ist das schon noch speziell, sind wir doch eher im Reise- und Campingrhythmus. Verbotsschilder und fliegende Verkäufer sind wir uns gar nicht (mehr) gewohnt und wir freuen uns eigentlich schon wieder auf den Nachmittag. Denn da geht es in einer nicht allzu langer Fahrt nach Taroudant, unsere heutiges Fahrziel. Eine erste Erkundungstour um die kilometerlange Stadtmauer rundet den Tag ab.

Taroudant, die Hitze in der Stadt erleben

Dienstag, 28.3.2023 (59. Tag); Auf die Gefahr hin, jetzt, Ende März, einen kleinen «shit-storm» zu provozieren; heute haben wir erstmals wegen der Hitze gelitten!! Am Nachmittag zeigte das Thermometer lockere 38 Grad im Städtchen Taroudant an. Darum haben wir nach dem Frühstück, bei angenehm(er)en Temperaturen, schon bald unsere Stahlesel gesattelt und haben das mit der markanten Stadtmauer und dem Wirrwarr an Läden und Verkaufsständen besucht. Hier ist mir wieder aufgefallen, dass man einfach nicht alles mit der Kamera einfangen kann. Es hat ja sooo viele Sachen, welche für uns Europäer ausser der Norm sind – hochinteressant! Wobei es nicht nur hier so ist, dass zwar das Tun der Leute extrem emsig ist und alle, welche die Strassen für sich beanspruchen, also Fussgänger, Velofahrer, Gemüseverkäufer, Mofafahrer, Autofahrer, Eseltreiber um nur ein paar zu nennen, irgendwie aneinander vorbei kommen. Aber es kommt nie Hektik auf. Die Leute sind gelassen, freundlich und uns gegenüber auch nicht aufdringlich. Im Gegenteil, Die Leute, welche ein paar Brocken Französisch können, kommen gerne auf uns zu um einen kleinen Schwatz zu machen!

Die nächste Etappe unserer Reise in Marokko führt uns zu weiteren Höhepunkten auf jeder Marokko Reise, nach Aït Ben-Haddou und Marrakesch. Hier ist der direkte Link dazu

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