Foum-Zguid
Mittwoch, 15.3.2023 (46. Tag); Nach 5x Übernachten am selben Ort geht es weiter. Reisende wollen reisen ?… und dies, obwohl wir uns am Morgen an den genialen Sonnenaufgang und die Crêpes, welche jeden Tag um 0845 als Aufmerksamkeit vom Betreiber spendiert sind und ans Womo gebracht werden, gewöhnt haben. Auf dem Weg nach Foum-Zguid entdecken wir immer wieder spezielle Strassenschilder, und Verwehungen auf den Strassen sind hier aus Sand. Dazwischen machen wir wieder ein paar Einkäufe in den kleinen Strassenläden oder einem gedeckten Markt. Diese kleinen Orte sind nicht unbedingt mit Touristen übersät – wir sind oft ganz alleine und werden entsprechend beäugt. Aber auch wir profitieren von der Möglichkeit, das Leben an solchen Orten aufzusaugen. Obwohl es doch oft recht exotisch ist, haben wir uns nun nach einem Monat in Marokko gut eingelebt. Es gefällt!
Tata
Donnerstag, 16.3.2023 (47. Tag); Beim Verlassen des Dörfchens Foum-Zguid machen wir nochmals einen kleinen Einkauf. Dieser Laden ist ja so was von klein aber so gut bestückt! Herrlich! Die angenehme, weil nicht allzu lange Etappe führt uns nach Tata, einer kleiner Stadt mitten im Nirgendwo. Nach zwei Stunden Fahrt durch Steinwüsten kommt uns nur hie und da ein Auto oder Wohnmobil entgegen. Wir gehen auf einen Campingplatz mit Sicht auf einen kleinen Fluss – und da hat es sogar Wasser. Wobei es an Wasser hier in Marokko, also was wir bis jetzt gesehen haben, nicht mangelt. Obwohl fast kein einziger Fluss Wasser führt, werden auch an Orten welche von Sand und Stein umgeben sind, die Plätze vor den Läden und Geschäften fleissig bewässert. Duschen , WC’s, Abwaschgelegenheiten und die Orte um Wasser fürs Wohnmobil aufzufüllen haben immer genug vom lebensspendenden Nass!
Tafraoute – oder unser ad-blue Problem
Freitag, 17.3.2023 (48. Tag); Turbulenter Tag! Vom Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt oder: „Einmal reisen mit Alles!” Von vorne aber nicht allzu lange, denn heute gäbe es viel zu viel zum Erzählen: Heute haben wir wieder einmal einen bewölkten Himmel für unsere Fahrt durch das Anti-Atlas Gebirge. Wir haben ja gehört, dass diese Strecke schön sein soll; aber gerade so! Wir sind fasziniert von den Gesteinsformationen in verschiedensten Farbtönen und machen X-Fotostopps. Dann, bei einer Abzweigung auf halbem Weg, rechne ich gemäß Navi, dass wir während fast zwei Stunden nur noch mit 35-40 km/Std fahren sollen? Genau; die schmale Bergstraße windet sich auf über 1900 müM hoch, um dann bis Tafraout wieder auf 1000 Meter hinunter zu kommen. Während dieser Zeit, auf dieser Straße, sehen wir genau 3 Autos…! In Tafraoute haben wir einen schönen Campingplatz. Doch da beginnt es schon; Wir leeren die halbe Kaffedose aus. Eine Konfitüre ist während der Fahrt im Kühlschrank umgefallen, der Deckel hat sich gelöst, und meine Lieblings-Konfi (Feigen) ist im halben Kühlschrank schön verteilt. Es hat sich bewahrheitet; meine Office-Programme Word, Excell und Outlook funktionieren nicht mehr. Noch nie da gewesen; jetzt behelfe ich mich mit Google-Drive auf der Cloud, wo ich ja auch schreiben und rechnen kann. Aber der richtig große “Bock”?… der kommt noch!
Samstag, 18.3.2023 (49. Tag); Also zurück zum Freitag; wie wenn die Pannen und Pleiten nicht schon genug gewesen wären; es war wieder an der Zeit Ad-blue nachfüllen. Das haben wir mit einem 5-Liter Kanister gemacht. OK, bitte keine Belehrungen… 😉 Die ersten 2 Deziliter gingen in den Dieseltank! Immerhin waren aber 4,8 lt oder 96% richtig eingefüllt…;-) Ich im Schockzustand lese im Internet, dass auf keinen Fall der Motor angelassen werden darf. In Tafraoute haben wir eine Garage gesehen. Zuerst wollte ich mit dem Mota dort hin fahren, dann haben wir aber Omar, den freundlichen Betreiber vom Campingplatz (mit der besten Tajine in Marokko – sein Spruch und unsere Bestätigung) zur Hilfe gebeten. Er hat genau in diese Garage angerufen und Hilfe bestellt. Der Garagen-Chef inklusive sein Mitarbeiter sind schon um acht Uhr auf der Matte gestanden. Nun aber kurz; alles Diesel auspumpen, die Hälfte des Motorraumes abbauen, dann trotzdem den ganzen Benzintank ausbauen, zum Hochdruckreinigen bringen und an der Sonne trocknen, alles wieder einbauen – ein Tag Arbeit für 3x nichts. Eigentlich sollte es nun wieder reibungslos laufen… Wir sind den ganzen Tag auf dem Campingplatz rumgehängt und haben nur kurz die sagenhaft schöne Umgebung genossen!
Sonntag, 19.3.2023 (50. Tag); Kleines Jubiläum; 50. Tag auf der Reise (31. Tag in Marokko). Auch heute kommt der lokale Bäcker am Morgen seine Brötchen verkaufen. Am Abend nimmer er jeweils die Bestellung für den nächsten Tag auf. Ich starte mit einen kurzen Rundfahrt um den Campingplatz und einer schönen Fotosession im Morgenlicht. Danach geht es mit dem Womo zu den “Paintd Rocks”. Schon noch speziell, wie sich da ein belgischer Künstler verwirklichen konnte! Weiter geht es durch eine sehr hügelige Gegend. Während zehn Kilometer steil rauf, dann wieder zehn Kilometer runter, ins Tal “Ait-Mansour”. Dort angekommen machen wir zuerst ein kleines Picknick (wir wärmen den Rest der super-leckeren Tajine von gestern auf) und satteln dann unsere Velos. Wir fahren eine Stunde auf dem meist ungeteerten Strässchen durch diese grüne Oase. Wenn man zuerst während fast einer Stunde durch karge Berggegenden fährt, kann man sich gar nicht vorstellen, wie paradiesisch ein solches Tal sein kann. Als wir wieder in Tafraoute ankommen, können wir erleichtert feststellen, dass unser Womo wieder einwandfrei läuft und auch steilste Strässchen mit dem nötigen “Pfupf” meistert!
Montag, 20.3.2023 (51. Tag); Da die Geschichte mit der Tankreinigung so gut ausgegangen ist, hatte ich den Garagenbesitzer noch gefragt, ob er einen Blick auf unsere Klimaanlage werfen kann, die funktioniert nämlich nicht einwandfrei – ehrlich gesagt; sie kühlt überhaupt nicht! Wir hatten also ein Rendez-vous heute Morgen um Zehn bei sich in der Garage. Das müsst ihr gesehen haben; da hat es auf der einen Strassenseite seine kleine Garage mit Platz für einen Camper, auf dem Trottoir aber viel Platz zum Arbeiten und auf der anderen Strassenseite sicherlich 10 Camper, wo mindestens auch 10 Arbeiter die verschiedensten Arbeiten durchführen; Kotflügel reparieren, Karosserie neu spritzen, Schweissen, Schleifen, Hämmern, Schrauben, Drücken und alles, was man so machen lassen könnte. Viele ausgeflippte Freaks helfen mit, wenn sie ihre Vintage-Rappelkisten während vielen Tagen wieder in Schuss bringen lassen, oder das ältere Ehepaar aus Bern neben uns, welches schon vier Tage dort die Sonne und das süsse Nichtstun geniesst und dabei neue Überzüge für die Polster machen lässt. Natürlich alle Arbeiten für 3x nichts… das einzige; es braucht Geduld! Für uns hat es aber glücklicherweise nicht lange gedauert; da ist einer gekommen, hat seine Geräte angeschlossen, mit Gas hantiert – und die Klimaanlage läuft wieder (hoffentlich noch lange… ?) In der Zwischenzeit war ich auf der Bank (respektive Bankomat) und im Maroc-Telecom-shop wegen mehr Surf-Gigabite – und weiter geht es Richtung Tiznit. 120 km in drei lockeren Stunden und wir finden uns auf dem zentralen Campingplatz der Stadt wieder.
Jetzt fahren wir zuerst einmal Richtung Meer. Hier ist der direkte Link dazu