Butrint
Dienstag; 7.4. (29.Tag); Heute geht es nach Albanien. Zum Glück sind wir nicht in der Hochsaison da, denn am Zoll hat der Beamte eine Lääääänge bis er unsere Namen am richtigen Ort in seinem Computer gespeichert hat. Das muss ja im Sommer Stunden dauern…
Kurz nach der Grenze besuchen wir die antike Ruinenstadt Butrint. Doch zuerst geht es mit einer kleinen Fähre, eher einem Floss (ca 6×15 Meter) über den Fluss, welcher um diesen Nationalpark führt. Es ist interessant zu sehen, wie ein solcher Ort , welcher das erste Mal von Griechen vor über 2500 Jahren besiedelt war, später von Römern, Byzantiner und Venezianer im Mittelalter immer wieder umgebaut und ihren Bedürfnissen angepasst wurde.
Eine knappe Stunde Fahrt trennt uns von unserem nächsten Ziel in den Bergen. Hier stellen wir uns neben dem grossen Besucherparkplatz zu einer Kapelle, und geniessen vorerst Mal den schönen Nachmittag.
Mittwoch, 8.4. (30 Tag); Jeden Morgen das gleiche Ritual; Öffnen der Jalousie der Eingangstüre und ein erster Blick nach draussen in die Natur sagt uns: «Ein schöner Tag steht vor der Tür! So ist es auch; Es ist nur eine kurze Vélofahrt zum «blauen Auge Albaniens», ein Karstquelle mit tiefblauen, kristallklarem Wasser. Zum Glück ist Baden hier verboten… denn ins 10 Grad kalten Wasser kann man (Nicole) höchstens die Füsse rasch eintauchen!
Dann geht es aber bald weiter durch eine schöne Berglandschaft nach Gjirokastra, wo wir zu einem neuen Campingplatz fahren. Da erleben wir das erste mal die warme Gastfreundschaft der Albaner. Die Mutter begrüsst uns mit freudigem Winken, und der Sohn erklärt uns in bestem Englisch den ganzen, neuen, respektive im Aufbau befindlichen Campingpatz. Es gibt einen Begrüssungsschnaps und viele Informationen über die Stadt und alles was wir gerne über unser neues Reiseland wissen wollen. Wir verbringen den Nachmittag mit relaxen und «kleinen» Haushaltarbeiten, bevor wir im hauseigenen Familienrestaurant ein vorzügliches Nachtessen geniessen. Ein Tag, so positiv wie am Morgen der Blick aus dem Fenster!
Gjirokastra
Donnerstag, 9.4. (31. Tag); Wir lassen uns vom Familienvater zur mittelalterlichen Festung, welche hoch über Gjirokastra thront, fahren. Dort gibt es einige schöne Winkel und viele Aussichten auf die Stadt zu bewundern. Auch ein paar Kriegsgeräte, wie ein Fiat-Panzer aus dem Jahr 1940, stehen dort herum.
Nach dem kurzen Abstieg in die Altstadt zum Basar geht’s in ein Strassenkaffe, denn wir lieben den türkischen Kaffee (der mit dem Kaffeesatz…) über alles!. In den Gassen ist vom ganz grossen Touristenstrom noch nichts zu erkennen. Viele Souvenirläden wären zwar bereit, ihre Ware Feil zu bieten. Auch im Nostalgie-Tunnel gibt es einiges Kurioses zum Bestaunen. In einem einfachen, aber für uns perfekten Restaurant gibt es Albanisches für uns; Byrek (Dünner Teig, gefüllt mit Käse oder Spinat. Heute mit Hackfleisch) und Qofte (Albanische Fleischbällchen mit Zwiebeln Knoblauch und vielen Kräutern)
Wir nehmen es heute auf die «Easy-Tour», so lassen wir uns am Nachmittag einfach wieder, dieses Mal vom Bruder, abholen und zurück zum Campingplatz fahren.
Permet
Freitag, 10.4. (32. Tag); Hinter der einen Bergkette liegt Permet. Und dort in der Nähe soll es warme Quellen geben. Doch das Highlight ist eine Wanderung am und im Langarica Canyon. Diese Wanderung mache ich heute alleine. Der Einstige missrät schon einmal, denn ich verlaufe mich und gerate viel zu weit über den Fluss. Dort, wo der kleine Trampelpfad auf einmal verschwindet und nur noch ein loses Geröllfeld das Weiterkommen verunmöglicht. Das heisst für mich, irgendwie wieder zurück auf Feld 1 und dann, folgerichtig, wirklich dem Fluss entlang gehen.
Bald bin ich froh dass ich den Polarsteps-Eintrag von Reisefreunden genau gelesen habe, und dass ich deswegen meine Badeschlappen dabei habe! Der Weg geht nämlich fast mehr im als am Fluss entlang, bis die Felsen nur noch wenige Meter Weg für die kalten Fluten freigeben. Auf dem Weg kann ich in einem türkisfarbigen, warmen Naturpool baden. Das Wasser ist ziemlich warm, im Gegensatz zum grossen Bad bei der osmanischen Brücke. Dort, wo die allermeisten Besucher ein Bad nehmen, erreicht das Wasser kaum Körpertemperatur.
Samstag + Sonntag, 11.+ 12.4.(33+34.Tag); Wir wollen die Albanische Riviera sehen. Am Anfang ist die Küstenstrasse nicht allzu speziell, doch je weiter wir fahren, desto mehr entdecken wir versteckten Buchten, verwinkelte, kleine Dörfer und glasklares Wasser. Im ganzen jedoch weniger spektakulär wie andere, „Scenic costal roads“ Das Meer können wir an unserem Uebernachtungsplatz, an einem Kilometerlangem Kieselstrand bei Dhermi auch hautnah spüren! Der Sonnenuntergang hier ist vom Feinsten!
Berat
Es geht weiter nach Vlora und der Kontrast zu den letzten paar Tagen ist enorm; eine Baustelle nach der anderen, teilweise sehr gut ausgebaute Strassen (an der Mautstation wollen sie nicht mal Geld. Der «Pförtner» sagt uns; «es ist heute gratis!» Da sind wir gerade mal Paff, stecken das Geld wieder ein, und fragen uns wieso? Wir durchqueren Vlora, eine Stadt welche mit riesigen, teils modernen Hotelkomplexen sicher mit vielen FR/IT/E Küsten-und-Badeorten mithalten kann.
In Berat geht es Schlag auf Schlag; Wir erhaschen die ersten Blicke auf die Stadt der 1000 Fenster, sind auf einmal ganz (zu) nah am Zentrum und werden von aufmerksamen Besitzern auf ihren Campingplatz/Parkplatz gewunken. Hier stehen wir optimal, um eine Stadttour zu machen.
Osumi Canyon
Montag, 13.4. (35. Tag); Die kurvige, teils sehr schmale, rauf- und runtergehende Strasse führt uns in gut eineinhalb Stunden zum Osumi Canyon. Auf dem Weg geht es durch ein paar Dörfer mit Häusern, wo das Leben eher «trist» erscheint. Der Fluss schlängelt sich über mehrere Kilometer durch die Felsen und gräbt sich bis 80 Meter tief. Wir halten an verschiedenen Aussichtspunkten an. Auch da, wo eine Legende besagt(e), dass eine Braut sich nicht verheiraten lassen wollte. Heute gehen junge Mädchen dorthin, um gute Energie für eine Schwangerschaft zu bekommen. Obwohl Nicole das mit einem Stahlring markierte Loch im Felsen genau inspiziert, ist die Sage für sie nicht mehr relevant…. 😊
Die «Osumi-Canyon Bridge» ist zwar nicht die stärkste und in die Jahre gekommen, hält uns aber gerade noch so aus…
Schon früh am Nachmittag machen wir uns am Fluss breit, um den perfekten Tag weiter zu geniessen.
Dienstag und Mittwoch, 14.+15.4. (36.+37.Tag); Bevor es wieder zurück nach Berat geht, wird mit Kerstin, eine Alleinreisende, noch lange geplaudert. Wir freuen uns sehr, dass wir uns heute mit Catherine und Beat treffen; dank Polarsteps konnten wir unsere Freunde von zu Hause auf ihrer Reise lokalisieren und geniessen einen lustigen Abend zusammen.
Unser Ziel heute ist der Ohrid-See. Auf dem Weg dahin hat es nur eine Baustelle, diese ist aber endlos lang. Eine neue Strasse wird gebaut, so dass sie sogar dem Fluss, welcher sich durch das Tal frisst, ein neues Bett formen müssen. Das Fischerdorf Lin, am Ohrid-See, ist total verschlafen. Ein Dorf kann noch so arm sein, ein deutsches Auto gehört hier einfach zum guten Ton!
Am Uebernachtunsplatz, direkt am See, kommt Nicole mit einem Fischer ins Gespräch, Ob er uns morgen früh mit einem Fisch beglücken wird?
Donnerstag, 16.4. (38. Tag) Vormittag; Da klopft es an der Tür; genau um neun Uhr, wie er versprochen hat! Der Fischer steht triumphierend mit einem Sack kleiner Fische da und erklärt dafür mit grossen Gesten, wie er beim Morgengrauen gerade vor unserem Platz gefischt hat, als wir noch geschlafen haben… Die Freude ist gross, denn das Nachtessen ist so schon gesichert!






























































































































