Kreta ist unser erstes Ziel
Dienstag 10.3. (1. Tag); Endlich geht es wieder los! Das Warten auf den Führerschein (wir sind nun 4 Tonnen schwer) und einige Anpassungen am Wohnmobil (es heisst übrigens Béni-Mobil), haben doch recht viel Zeit beansprucht. Doch nun sind wir wieder unterwegs und wollen Kreta und ein paar Balkanländer bereisen.
Mittwoch und Donnerstag, 11.+12.3. (2.+3.Tag) Unsere erste Übernachtung im neuen Womo war ganz unspektakulär hinter einem Friedhof. Da hatte es doch wirklich Familiengräber mit „Einwohnern“ mit Geburtsjahr 1854…! Die Strecke bis Ancona geht flott vonstatten. Die Fähre ist gefühlt nicht mehr als 10% gebucht, und nach einer äusserst ruhigen Fahrt sind wir Schwupps, nach 23 Stunden, in Igoumenitsa/Griechenland. Die SIM-Karte kann ich noch rasch bei Cosmote kaufen und schon stehen wir für diese Nacht auf einem abgelegenen Platz am Meer.
Freitag und Samstag, 13.+14.3. (4.+5. Tag); In Parga waren wir schon vor 2 Jahren. Auch dieses Mal sind wir in der Nebensaison hier. Nicht auszudenken wie voll es im Sommer sein muss. So können wir uns wieder neben die selbe, geschlossene Strandbar stellen und geniessen die Ruhe. Wir unternehmen eine kurze Fahrradtour und erfreuen uns an der ausserordentlich schönen Lage von diesem Städtchen. Alle Strässchen, Gassen und Plätze, ausser die Strandpromenade, sind klein, schmal und verwinkelt. An unserem Strand teste ich das klare, kalte Meer (Temperatur lässt viel mehr als eine Minute schwimmen nicht zu… 😉) Das Frühstück und das Nachtessen geniessen wir draussen – das tut der Seele gut!
Sonntag ,15.3. (6. Tag); Nun geht es aber los mit dem Ziel Athen, respektive dem Hafen von Piräus. Fast auf der ganzen Strecke haben wir immer einen Blick auf das Meer, obwohl wir auch einiges auf der Autobahn fahren und dafür halt auch einiges bezahlen…😉. Für die Überfahrt auf die Peloponnes nehmen wir die moderne Brücke bei Patras. Bald finden wir einen Uebernachtungsplatz am nördlichen Ende des Kanals von Korinth. Also «finden» ist ein bisschen übertrieben; auch hier waren wir bei unserer ersten Griechenlandreise schon.
Montag, 16.3. (7. Tag); Wir fahren mit den Velos teilweise dem Kanal entlang, teilweise durch Obst- und Olivenfelder. Bei einigen, zum Glück abgesperrten Grundstücken, werden wir von Wachhunden aggressiv angekläfft. In der Nähe eines ehemaligen deutschen Maschinengewehrstandes wird am Kanal kräftig gebaut. Aber der 1893 fertig gestellte, sechs Kilometer lange Kanal wird nicht verbreitert; ein Arbeiter erklärte uns, dass immer in der Nebensaison die steil abfallenden Wände verstärkt und saniert werden und dass wir bitte nicht allzu nah an den Rand vom Kanal gehen sollen, der Boden breche immer wieder ab! Na gut; beim Touristen-hot-spot, der grossen Brücke über den Kanal, ist die Aussicht ja auch phänomenal. Das inspiriert Nicole gerade dazu, ein bekanntes Emoji nachzumachen; 🤷♀️
Dienstag + Mittwoch, 17.+18.3. (8.+9. Tag); Gestern Abend haben wir noch die Fähre nach Kreta gebucht. So geht es heute mit einem Abstecher in ein Vulkangebiet (Sousaki Volcano). Das ist eine Überraschung, ein solches Gebiet hier zu finden. Der Schwefelgeruch ist so stark, dass wir beim Mittagessen vom Gasalarm im Wohnmobil erschreckt werden!
Hiraklion
Am Fährhafen lasse ich den Versicherungsausweis ausdrucken; den hatte ich noch nicht zugestellt bekommen. Das «Finetuning» mit und wegen dem neuen Wohnmobil nimmt kein Ende… Dann geht es auch schon bald mit der Nachtfähre nach Heraklion. Am Morgen profitieren wir (noch) von der Sonne, und besuchen die Ausgrabungsstätte Knossos. Dieser Palast wurde vor über hundert Jahren entdeckt, ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Wahrscheinlich wäre diese Kleinstadt heute nur ein verlorener Steinhaufen, hätten die Archäologen damals nicht mit Beton und Farbe unserer Vorstellungskraft nachgeholfen.
Donnerstag, 19.3.(10. Tag); Wir verlassen unseren Platz am Hafen, nur um am Abend (Luftlinie) 20 Kilometer weiter, wieder an einem Hafen zu übernachten. Und das gerade neben einem Denkmal von Europa, welche ihrem geliebten Zeus viele Kinder, darunter auch Minos, der spätere König von Kreta, geboren hat 😊(Kompliziert ist sie schon, die Griechische Mythologie)
Und der Tag dazwischen; über 100 interessante, anspruchsvolle Kilometer: Wir fahren ins Hinterland, auf die Lasithi-Hochebene. Da besuchen wir das Dörfchen Krasi. Hier steht ein uralter Platanenbaum. Wirklich bemerkenswert; geschätzt bis 2000 Jahre alt mit einem Stammumfang von rund 20 Metern! Am späten Nachmittag erkunden wir auf einem Hügel noch eine kleine, total verlassene Ausgrabungsstätte mit dem Namen Archéa Polis Lato. Und dazwischen; oftmals Nebel und Regen, und ganz am Schluss noch ein Dörfchen mit so engen Strassen, dass wir rückwärts den Berg hinaufkurven mussten…
Freitag + Samstag, 20.+21.3. (11.+12. Tag); Gestern regnete es gefühlt nur ein Mal, dafür horizontal… Eine ideale Möglichkeit, die griechische Küche zu geniessen. Wir haben gerade ein Restaurant entdeckt welches schon offen hat. Ich erwähne nun nicht mehr, dass in der Nebensaison einfach (fast) alles noch geschlossen ist. Für uns kein Problem, dafür ist sonst der Stresslevel auf Strassen und Uebernachtungsplätzen auf allerbestem, tiefen Niveau.
Heute fahren wir weiter auf die Südseite von Kreta, fahren an einer weiteren archälogischen Ausgrabung vorbei und schlagen unser Lager, zum dritten Mal hintereinander, an einem kleinen Hafen auf. Auch das dazugehörende Städtchen Myrtos ist immer noch im Winterschlaf, doch die ersten Anzeichen von Saisonvorbereitung sind auch hier zu spüren.
Matala
Sonntag, 22.3. (13. Tag); Es geht weiter, durch schier endlose Olivenbaumfelder und an schneebedeckten Gebirgsketten vorbei. Unser Zwischenziel: Die faszinierenden Ruinen von Goryn mit dem wohl ältesten Gesetzeskodex Europas. Es ist bei den (Eintritts-)Kassen immer noch gewöhnungsdürftig, wenn man (Nicole…😉) den Ausweis vorweisen muss/darf, um den Seniorenrabatt zu bekommen…
Zum übernachten fahren wir an den Strand von Matala, welcher von Wohnhöhlen gesäumt ist. Zur «aktiven» Zeit sollen da Berühmtheiten, auch Bob Dylan, übernachtet haben. Der Ort ist schon sehr «Aussteiger» angehaucht. Im einzig offenen Restaurant geniessen wir dieses freie, Reggea-Rasta-Auswanderer-Feeling!
Montag, 23.3. (14. Tag); Nach einem schönen (griechischen) Kaffee auf einer Terrasse in Matala geht es weiter zur minoischen Ausgrabungsstätte Phaistos. Einmal mehr lassen wir uns von einem solchen Ort faszinieren und versuchen uns vorzustellen, wie das Leben vor 4000 Jahren wohl im Palast mit riesigem Umschwung ausgesehen haben könnte.
Die Distanzen hier auf Kreta sind nicht gross, heute kommen weitere 60 Kilometer auf dem Tacho dazu. Die haben es in aber in sich, denn sie führen über eine Bergkette, durch verwinkelte Dörfer und die Strasse ist entsprechend immer wieder sehr eng. So behalten wir natürlich locker unseren 40 km/Std Durchschnitt im Auge…
Das Wetter hält uns wieder einmal alles bereit: Sonne und Wärme am Morgen und Regen am Nachmittag. So machen wir es wie die Griechen; keinen Stress mit dem Besuch vom Kloster Arkadi; das kann bis morgen warten!
Kloster Arkadi
Dienstag 24.3. (15. Tag); Zu unserem ersten kulturellen Highlight heute sind es ja nur ein paar Schritte! Das Kloster Arkadi war für die Unabhängigkeit von den Osmanen (1987)ein wichtiger Schlacht-Schauplatz. Wir werden hier auf Schritt und Tritt von einer Katze begleitet!
Auf dem Weg Richtung Meer sehen wir komplizierte Wasserverteilungsanlagen für die Olivenfelder – Wozu das??… es regnet doch immer wieder (wenigstens seit wir auf der Insel sind 😊)
In Rethymno parkieren wir am Hafen, satteln die Vélos und fahren der Strandpromenade entlang bis zur mächtigen venezianischen Zitadelle aus dem 16. Jh. Kurz vor einem weiteren, starken Regenguss und einem Snack in einem der vielen Restaurants (ein paar sind auch schon bereit für die Sommersaison) sind wir zurück im Womo und fahren aus der Stadt um bald im «Nirgendwo» die Nacht zu verbringen.
Chania
Mittwoch und Donnerstag, 25.+26.3. (16.+17. Tag); Gemäss einem Einheimischen hat es pro Jahr nur eine Handvoll Tage, welche so starken Wind und Ueberschwemmungen an der Uferpromenade von Chania bringen. Einer dieser Tage war gestern, darum haben wir, ausser einer kurzen Fahrt hierhin und zwei ersten Fotos, bei strömendem Regen nichts Erwähnenswertes unternehmen können.
Dafür besuchen wir heute die wunderbare Altstadt von Chania bei schönsten Sonnenschein. Sie liegt an einem mächtigen, venezianischen Hafen. Noch selten haben wir einen so perfekt gelegenen Ort gesehen. Deswegen reihen sich hier am Wasser auch aberdutzende von Restaurants aneinander und bewirten viele Griechen, aber natürlich auch die Touristen. Auch wir geniessen leckere, griechische Spezialitäten und runden es mit einem spendierten Raki ab.
Freitag, 27.3. (18. Tag); Wir erleben einen abwechslungsreicher Tag (wie immer auf einer Reise…) trotzdem: Unsere ersten 20 Kilometer mit dem Béni-Mobil auf einer ausgewaschenen Schotterpiste hat alle Erwartungen erfüllt; Lose Steine, Wasserfurchen, tolle Steigungen; für uns als absolute Off-road-Novizen perfekt! Dieser «Test» hat voll geklappt. Mehr braucht es nicht! Am Ende des Tracks werden wir mit dem Ausblick auf Balos, einer DER Fotospots auf Kreta, belohnt. OK, die Fotos in den Prospekten sind doch immer noch ein bisschen besser (gemacht.. 😊)
Auf dem Rückweg, in Komolithi, inmitten von verlorenen Olivenfeldern gibt es eine ganz spezielle, ganz kleine Fels- respektive Lehmformation.
Wie oft in Griechenland wachsen die Früchte einfach so in der Natur. Bevor sie auf den Boden fallen pflücke ich noch ein paar dieser supersüssen Mandarinen. Ein sehr alter Olivenbaum hätten wir uns wohl ersparen können. Da ist wohl der Geschäftssinn des Besitzer weit grösser als unser Wow-Effekt…
Zum übernachten fahren auf den selben Platz wie vor drei Tage; Jetzt können wir auch etwas sehen… das letzte Mal haben wir hier wegen Wind und Regen einen Tag «totgeschlagen»
Archäologisches Museum in Hiraklion
Samstag, 28.3. (19. Tag); In Heraklion parken wir am Hafen und besuchen ganz in der Nähe das Archäologische Museum. Hier können wir viele minoische Relikte bestaunen welche in den Ruinen gefunden wurden, die wir in den letzten paar Tagen auf unserer Rundreise in Kreta besucht haben. Der berühmte Diskos von Phaistos (Alter; 3600-3700 Jahre!) ist wohl das schillerndste Exponat und eines der berühmtesten archäologischen Rätsel der Welt.
Dann heisst es Abschied nehmen von der grössten Griechischen Insel, welche uns mit einer vielfältigen Frühlingslandschaft, hohen Bergen und einer reichen Geschichte fasziniert hat.





















































































































































































