Schweden und Finnland als „als Durchgangsstation“
Freitag, 24.7. (12. Tag); Bei Nieselregen, welcher uns fast den ganzen Tag begleitet, fahren wir auf menschenleeren Strassen Richtung Schweden. Menschenleer – Ja, aber Langläufer findet man in diesen Gegenden immer wieder! 😉
Zugegeben; 975 m.ü.M scheint für uns nicht übermässig hoch, doch hier in Schweden ist der Pass «Flatruet» die höchste, öffentliche Strasse des Landes! Auf der Schotterstrasse zu dieser baumlosen Hochebene sehen wir eine kleine Herde pechschwarzer, gut genährter Kühe.
Es ist ein leichtes hier, einen schönen Uebernachtungsplatz an einem der vielen Seen zu finden! Und wie wenn es für heute nicht schon genug wäre, sehen wir auf der Strasse ein junges Rentier welches für uns Modell steht.
Hier im Norden gibt es übrigens seit einigen Tagen fast nur noch Tageslicht. Die Dämmerung dauert über drei Stunden und auch nach 23 Uhr (bis 4 Uhr morgens, wenn der Himmel schon wieder merklich heller wird) wird es nicht richtig Nacht. Ab 22 Uhr schliessen wir dann jeweils die Rollos vom Béni-Mobil und können so wunderbar, im gewohnten Dunkel, schlafen! Gute Nacht.
Döda fallet
Samstag, 25.7. (13. Tag); Auf dem Weg zum «Döda fallet» geht es weiter durch Wälder und ein Dorf mit einer Mini-Bibiothek am Strassenrand. Kurz nach Mittag sind wir am «Toten Wasserfall». Tot, weil seit 1796 kein Wasser mehr über die Stromschnellen fliesst. Es sollte nur ein Teil vom tosenden Wasser umgeleitet werden, doch das Projekt ging in die Hosen und alles Wasser fliesst nun für immer in einem anderen Bett den Berg hinunter. Auf einem 800 Meter langen Holzsteg können wir die erstaunliche Gegend durchwandern und Strudeltöpfe von oben und unten bewundern…
Unser Uebernachtungsplatz ist nur ein paar Meter hinter einem thailändischen Pavillon. Dieser wurde zu Ehren eines Thai-Königs um die Jahrhundertwende erbaut und gilt als Symbol der Freundschaft zwischen Thailand und Schweden.
Vitterhuset
Sonntag, 26.7. (14. Tag); Es ist wahrscheinlich eher selten, dass man auf einer Strassennummer (Riksväg 90 d.h. Reichsweg/Strasse 90) genau die angegebene Geschwindigkeit fahren darf… Seit wir in Schweden sind, ist die Geschwindigkeit zwischen tiefen 70 und moderaten 100 km/Std beschränkt und wird immer wieder mit Radaranlagen durchgesetzt. So fahren wir, wie im Winter auch die Schlittenhunde…, gemütlich Richtung Norden.
Der Ort « Vitterhuset» ist mit einer schwedischen Legende, der «Vitter» verbunden. Die geheimnisvollen Naturwesen lebten in dieser Region. Wahrscheinlich auch in diesen bizarren, riesigen Felsformationen und Höhlen an einem wunderschönen See. Obwohl wir kurz nach dem Mittag hier ankommen wissen wir sofort; hier übernachten wir!
Storforsen
Montag 27.7.+ Dienstag 28.7. (15.+16. Tag); Gestern sind wir über 300 Kilometer durch schier endlose Wälder gefahren. Das ist für uns eher viel, doch «hängt» es ziemlich an; das sind keine Autobahnen! Somit ist es nicht verwunderlich, dass das Foto-Highlight unser Uebernachtungsplatz in einer Waldlichtung an einem kleinen See ist!
Heute gönnen wir unserem Béni-Mobil eine gründliche Dusche; es regnet fast den ganzen Tag, somit ist diese Arbeit schnell getan 😉. An den Stromschnellen «Storforsen» gibt es ein paar Wege, um nahe an die tosenden Wassermassen zu kommen. Teilweise machen wir das zusammen, teilweise gehe ich alleine auf Erkundung. Die Wege sind nur kurz und eigentlich einfach, doch durch den Dauerregen sind die Felsen glitschig wie Seife und ich bin froh, bin ich mit Wanderschuhen, Regenjacke und modischer Mütze…. gut ausgerüstet!
Gammelstads Kirchstadt
Mittwoch, 29.7. (17. Tag); Wir übernachteten auf dem Parkplatz von Gammelstad (Alte Stadt). So sind es heute morgen nur ein paar Schritte bis zu den mehr als 400 Kirchhäuschen, welche um die mächtige Kirche gebaut wurden. Sie dienten als vorübergehende Unterkunft für die Gläubiger, welche von weither kamen, um ihrer Kirchenpflicht nachzukommen. Wir schlendern durch die Gässchen bis zum Freilichtmuseum «Hägnan». Hier können wir einige zwei- bis vierhundert Jahre alte Häuser bestaunen. Junge Leute in traditionellen Kleidern führen verschiedene Handwerk vor und erklären, wie sich das Leben anno dazumal abgespielt hat.
Dann geht es aber weiter Richtung Finnland, wo wir kurz vor Rovaniemi an einem See unser Nachtlager aufschlagen.
Rovaniemi und das Santa Claus Village
Donnerstag, 30.7. (18. Tag); In Rovaniemi gehen wir zuerst in ein grosses Einkaufszentrum, wo wir in einem Waschsalon Wäsche waschen und trocknen können. Einkaufen, Abfall entsorgen, Frischwasser auffüllen, tanken – der normale «Haushalt» eben…
Nur 8 Kilometer weiter nördlich gibt es für uns einen Zwischenhalt im Santa Claus Village. Wir erfreuen uns mit Kinderaugen an den vielen Geschenkpaketen welche überall herumliegen und machen das obligate Selfie beim Polarkreis. Das perfekte Gefühl vom Weihnachtsmann, Schnee und Renntieren kommt zwar nicht auf, denn auch heute ist temperaturmässig wieder ein idealer Reisetag.
Das nütze ich in der Wandergegend «Arctic Circle Hiking Area» aus; hier hat es verschieden lange, aber einfache Wanderwege. Mein Weg führt mich zuerst über gut ausgebaute, breite Holzstege. Je weiter es vom Parkplatz (wo wir übrigens gerade übernachten werden) weg geht, desto natürlicher werden die Wege. Holzstege gibt es nur noch durchs Moorgelände, im Wald führen die Wege über Steine und Wurzeln. Was für ein gelungener Tag!
Bärenfelsen
Freitag, 31.7. (19. Tag); Bevor heute das unbeständige Wetter mit teilweise Nieselregen wieder überhand nimmt, machen wir nochmals eine kleine Wanderung auf den gut ausgebauten Wegen durch den üppigen Wald. Aussichtspunkte, Grillstellen und Infotafeln laden zu einer relaxten Tour ein.
Dann fahren wir rund 300 Kilometer Richtung Norden. Immer wieder gibt es eine Ansammlung von ein paar Häusern, oder ein Bus-Wartehäuschen zum bestaunen. Hie und da müssen, oder dürfen wir abbremsen, weil wieder Renntiere auf oder neben der Strasse stehen. Die haben natürlich Vortritt!
Gegen drei Uhr schauen wir im park4night, wo wir als nächstes übernachten wollen. Unsere Wahl fällt auf einen kleinen Platz mit See. Wie der Zufall es will, ist gerade in der Nähe der «Bärenfelsen». Nichts wie hin! Ein paar hundert Stufen sind aber zu erklimmen, bevor ein riesiger, hohler Felsen (auch da wieder im grünen Wald…) herumliegt. Da wird doch hineingekrochen! 😊
Sami-Museum in Inari
Samstag, 1.8. (20. Tag); In Inari gehen wir ins Sami-Museum. Das Museum mit Innen- und Aussenbereich ist ganz dem indigene Volk der Samen gewidmet, welches ihr traditionelles Siedlungsgebiet im ganzen Norden Skandinaviens und Russland hat. Wir erfahren einiges über ihre traditionellen Lebensweisen, Kultur und Religion. Doch am meisten beeindrucken uns die alten, einfachen Tierfallen, zum Beispiel diejenigen, welche gebaut wurden um Füchse (Nicole) oder Bären (Beat) zu fangen 😉
Unser Weg führt uns durch verlassene Wälder an unzähligen Seen entlang. Heute, am Schweizer Nationalfeiertag wollen wir nicht allzu lange fahren und suchen uns bald einen Uebernachtungsplatz. Und der hat es wieder in sich! Da passt vom direkten Seeanstoss zur Feuerstelle und der Abgeschiedenheit einfach alles. Sogar die Sonne scheint den ganzen Nachmittag bis spät in den Abend hinein. Gut haben wir noch Cervelats im Gefrierfach; Was passt besser, um den Geburtstag der Schweiz zu feiern?









































































































































