2026; Kirkenes bis Nordkap, der Norden von Norwegen

Kirkenes und Grense Jakobselv

Sonntag, 2.8. (21. Tag); Bis Kirkenes (wieder Norwegen) gibt es nicht nur wunderbare Seelandschaften zu bestaunen. Wir machen einen Halt in einem typischen kleinen Café, wo wir als «Souvenir» gerade noch ein kleines Müsterchen getrocknetes Rentierfleisch kaufen. Doch das entpuppt sich für uns als nicht wirklich geniessbar. Wir fahren eher auf Cervelat ab… 😉

In Kirkenes (=Kirche auf dem Hügel), mache ich eine Tour in einem Schutzbunker, welcher während der Okkupation von Nazi-Deutschland für die Einwohner gebaut wurde. Der Ort war wegen einer riesigen Eisenerzmine für Hitler ein sehr lohnendes Ziel, wurde dann später durch die Russen befreit.

Und da geht unsere Reise nahtlos über; nicht nach Russland, aber an den Ort «Grense Jakobselv», welcher als nordwestlichster befahrbarer Ort von Europa gilt. Auf dem Weg dahin fahren wir nur wenige Meter an der Grenze zu Russland entlang, bis wir auf einem kleinen, mit Wohnmobilen sehr gut besuchten Platz an der Beringsee übernachten.

Schneehotel in Kirkenes

Montag, 3.8. (22. Tag); Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir in der nächsten Zeit an einer  «Dead end road» sind, wo wir wieder den ganzen Weg zurückfahren müssen/dürfen. Aber das spielt überhaupt keine Rolle, denn auf jedem Weg sieht man neue Sachen!

Es geht bis zum Schneehotel, wo wir uns Moonboots anziehen und im faszinierenden Eishotel herumwandern können. Die Eingangshalle, die Bar mit dem Speisesaal und die acht Zimmer sind wirklich cool…. Hier kann man das ganze Jahr durch auch übernachten, da die Temperatur immer zwischen Null und Minus vier Grad gehalten wird. Wir sind aber mit dem kuscheligen Béni-Mobil ganz zufrieden…

Bevor wir also mit unserem Womo weiter fahren, statten wir noch den über 100 Huskies einen Besuch ab. Diese warten schon sehnsüchtig auf den nächsten Schnee und werden von ein paar Tierwärtern laufend «bewegt». Man spürt ihre Freude und hört es vorallem am lauten Heulen und Bellen! Nur noch kurz die Rentiere füttern und weiter geht es bis zu einem Gedenkstein für einen Sami-Künstler, wo wir übernachten.

Landschaftsroute Varanger

Dienstag, 4.8. (23. Tag); Ein Tag mit kühl-rauem, sehr windigen Wetter erwartet uns. Gerade, wo wir die Norwegische Landschaftsroute «Varanger» befahren wollen. Denn diese geht über 160 Kilometer bis zum Ort Hamningberg, weit in den Norden vom Varangerfjord. Die Fahrt ist kurzweilig, hat es doch immer wieder Aussichtspunkte mit Informationstafeln, kleinen Museen, oder Kunstwerken inmitten vom Niemandsland. Diese thematisieren zum Beispiel das Gletschersterben oder handeln vom Volksglauben der Treffen von Hexen mit dem Satan. Es gibt also immer wieder einen kurzen Stopp einzulegen, eine kurze Wanderung zu machen oder sich über Land und Leute zu informieren. Die letzten 30 Kilometer führen uns über eine einspurige Strasse, doch das genügt vollauf, denn der Verkehr hier ist mehr als überschaubar!. Die Klippenlandschaft ist beeindruckend und der Blick auf das aufgewühlte Meer oder die karge Moorlandschaft ist faszinierend. Wir freuen uns schon jetzt auf die Fahrt zurück!

Mittwoch, 5.8. (24. Tag); Wir verlassen unseren Uebernachtungsplatz welcher gerade neben der Hauptstrasse …😉nach Hamningberg war. Doch da sind während den letzten 12 Stunden kaum drei Autos durchgefahren! Wir nehmen auch noch die letzten paar Kilometer bis zu diesem «Ende der Welt» unter die Räder und fahren dann zurück bis Vadsø. Das geht dann aber doch nicht so schnell, denn auch auf dem Rückweg machen wir viele Fotostopps und erkunden die Insel Vardø.

Diese ist durch einen 2,8 Kilometer langen Tunnel, welcher bis 88 Meter unter dem Meeresspiegel liegt mit dem Festland verbunden. Hauptattraktion ist ein Memorial, welches zum Gedenken an 91 Opfer errichtet wurde, welche der Hexerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Doch auch Stein- und Holzskulpturen, oder das kleine Fort, sind hier ein Blickfang.

In Vadsø besuche ich das kleine Museum, welches den Kven gewidmet ist. Kven sind die Einwanderer, welche mehrheitlich vom heutigen Finnland in diese nördliche Region (Finnmark) gekommen sind, ähnlich den Sami. Ueber diese indigene Ethnie haben wir vor ein paar Tagen in Finnland ein Museum besucht.

Silfar Canyon

Donnerstag, 6.8. (25. Tag); Da habe ich doch glatt die originelle Bibliothek in der Telefonkabine vergessen. Finde ich gut gelöst… 😊

Wir entscheiden uns eine weitere Strasse in den Norden (und zurück…) auszulassen und fahren Richtung Westen, Richtung Nordkap und hoffen dadurch, dort eine prognostizierte «Wolkenlücke»  zu erwischen.

Heute führt uns unser Weg durch eine hügelige, karge, mit vielen Seen und Fjordarmen gespickte Gegend. Ein «Pass» liegt auf 350 müM. Na ja… Als Zwischenziel nehmen wir uns den Silfar Canyon vor. Vom Parkplatz aus ist es nur eine kleine Wanderung, es erwartet uns aber auch nur ein kleines Highlight. Dafür werden wir einmal mehr von einem fantastischen Stellplatz, gerade an einem Naturreservat, für die vielen Stunden Autofahrt belohnt.

Nordkap

Freitag, 7.8. (26. Tag); Bei bestem Wetter gibt es wieder einmal ein Frühstück an der Sonne. Nicole geht noch ein paar Pilze für heute Abend sammeln… (Spass!!)

Die Fahrt zum Nordkap, es sind doch noch fast drei Stunden, ist kurzweilig und interessant; Fjorde, Hochebenen, Rentierherden und:

  • Das Ortsschild mit den drei Sprachen Norwegisch, Samisch und Kvenisch (Die Hintergründe dazu haben wir ja in Museen gesehen)
  • Die Durchfahrt durch den Nordkap-Tunnel (mit bis zu 10% Gefälle/Steigung, 7 Kilometer lang und über 200 Meter unter dem Meeresspiegel)

Dann, am Nordkap, ist es eher ruhig; ein paar Motorradgruppen, ein paar Wohnmobile und hie und da ein Tourbus. So ist es völlig stresslos, die obligaten Föteli beim Globusmonument zu schiessen. Es macht uns eine Riesenfreude hier zu sein, auch wenn der Himmel nun nicht mehr ganz makellos ist.

Wir übernachten ganz in der Nähe auf einer Hochebene und geniessen das Raclette, welches wir uns für den Reisetag mit dem Titel «Nordkap» reserviert haben. 😊

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