Nach Geiranger von Bodo aus
Freitag, 28.8. (47. Tag); Anstatt die Hauptstrasse Richtung Süden zu nehmen, fahren wir auf einer weiteren Norwegischen Landschaftsroute, der «Helgelandskysten», weiter. Sie wird uns unmittelbar an der Küste entlangführen. Diese Route ist über 400 Kilometer lang und ist mit sechs Fährstrecken «gespickt».
Ein spezielles Erlebnis ist heute der «Saltstraumen», eine der stärksten Gezeitenströme der Welt. Da heute ja Vollmond war und wir ziemlich genau am Höhepunkt der Flut auf dem Besucherparkplatz ankommen, können wir die ungeheure Kraft des Wasser unter der Brücke noch besser mitverfolgen. Hier entstehen starke Strudel und Wirbel, da das Wasser durch eine schmale, etwa 150 Meter breite Meerenge gepresst wird. Für einmal ist das aber nicht das Top-Fotosujet… Das muss man erleben!
Dafür ist der Ort, wo wir einen Mittagshalt machen und unser Uebernachtungsplatz an einem kleinen Hafen umso schöner. Und die Strecke dazwischen lässt auch keine Wünsche offen!
Samstag, 29.8. (48. Tag); Das war ja eine schöne und ruhige Mond-Nacht, bevor es heute fast den ganzen Tag regnet und extrem windet. Doch genau an den Punkte, wo heute «Aussenaktivität» geplant waren, konnten wir von Wolkenlücken profitieren.
Wir fahren an steilen Fjordhängen nach und nehmen, um weitläufige Meeresarme abzukürzen, zwei Fähren. Beides Mal haben wir Glück und müssen nur 10 Minuten warten. Es hat auch sehr wenig Fahrzeuge auf dieser Strecke. Wie schon gestern kommt uns selten jemand entgegen. Oftmals kann man an den Fotostops dieser Landschaftsroute auch Ver- und entsorgen. Das ist sehr praktisch. Also Sehenswürdigkeiten geniessen und gerade noch den Haushalt wieder à jour bringen;
- Am Rastplatz Hellaga führen Treppenstufen an der steilen Klippe hinunter ins Wasser; sehr fotogen
- Der Küstenfort Gronsvik wurde von der deutschen Okkupationsmacht angelegt. Das ganze ist schon ein bisschen schauerlich, hat es doch neben den Kanonenstandorten auch verschiedene Wehrgänge und Bunker. Oftmals ohne Licht. Wenn dann noch eine verrostete Tür im Wind ächzt und kein Mensch in der Nähe ist… Gruselig!
Torghatten
Sonntag + Montag, 30.+31.8. (49.+50. Tag); Heute sind es viel weniger Treppenstufen als auf den Lofoten. (Uff…) Das charakteristische Loch im Berg Torghatten scheint von der Distanz her einiges kleiner als gedacht. Doch jetzt, wo ich da drin stehe und freudig der Drohne zuwinke, sind die bis zu 60 Meter Höhe und die 160 Meter, welche das Loch misst, doch gigantisch! Ein lohnender Abstecher auf der Landschaftsroute «Helgelandskysten, wo wir die letzten zwei Tage die Fähren vier, fünf und sechs genommen haben. Die fahren so oft wie die Busse bei uns und sind oft (zur Zeit etwa 100), strombetrieben!
Auf den Picknickplätzen dieser Landschaftsrouten können auch immer wieder Architekten ihre Fantasie walten lassen. OK, meistens ist das futuristisch gestaltete WC-Häuschen das Highlight 😊… aber heute sehen wir auch an zwei Orten, wie Steine oder ein Weg im Wasser verschwindet.
Apropos Picknickplätze; die kann man teilweise auch als Uebernachtsungsplatz benützen; Gestern waren wir zwischen zwei Seen, und heute wieder einmal… an einem Fjord.
Endlich sehen wir einen Elch am Waldesrand
Dienstag, 1.9. (51. Tag); Gestern Abend konnten wir noch einen wunderbaren Sonnenuntergang bestaunen und heute, ja da gibt es unser geliebtes Frühstücksfruchtmüsli wieder einmal vor dem Womo! Leider die letzte Zeit nur allzu selten.
Auf dem Weg nach Trondheim hat es wieder einige dieser Strassenschilder mit dem Elch drauf. Ich würde meinen dass wir etwa schon 5000 Kilometer, seit Ende Juli, gefahren sind und immer wieder hofften, einen Elch zu sehen. Und heute; da steht dieses mächtige Tier vor uns und schaut uns so ungläubig an, wie wir es tun!
Trondheim
Mittwoch, 2.9. (52. Tag); Auch die dritte Stadt (nach Oslo und Tromsø) können wir wieder bei bestem Wetter entdecken. Wir starten in Trondheim mit dem Nidaros-Dom. Die nördlichste Kathedrale der Welt wirkt auf der einen Seite schlicht und kalt, doch die gewaltige Fensterrose ist überwältigend. In der ganzen Stadt sehen wir immer wieder Blumenmeere und trauernde Norwegen, welche dem vor ein paar Tagen verstorbenen König Harald V. gedenken.
Die Gegend von Bakklandet hat es uns angetan. Die farbigen Holzhäuser spiegeln im Fluss, und die vielen verwinkelten, schmalen Strassen und die Restaurants sind ein idealer Hotspot für uns Touristen und die vielen Studenten dieser bedeutenden norwegischen Universitätsstadt. Dann geht es noch zur Kristiansten Festung mit Blick auf die Stadt, bevor wir uns in einem weiteren Trendquartier in einem der unzähligen Restaurants unsere Kraftspeicher wieder aufladen. Denn unser Stellplatz ist wieder einmal auf dem Berg über der Stadt. Für das pedalen da hinauf müssen wir gestärkt sein 😊
Atlantikstrasse
Donnerstag, 3.9. (53. Tag); Die Reise geht durch eine leicht hügelige Gegend weiter. Wir fahren immer wieder an Fjorden vorbei und nehmen auch einmal eine Fähre, um auf die andere Seite zu kommen. Zwei Mal führt der Weg auf die andere Fjordseite durch eines diese tollen Tunnels. Da geht es etwa zwei bis drei Kilometer mit einem Gefälle von 8% hinunter und dann sofort wieder mit der selben Steigung hinauf. Faszinierend!
Wir kommen am frühen Nachmittag an der Atlantikstrasse an, wo sieben Brücken, eine nach der anderen, dem Atlantik entlang führen. Dazwischen hat es immer wieder eine kleine Insel, oftmals mit Parkplatz, um die Gegend in Ruhe geniessen zu können. Wie immer bei diesen norwegischen Landschaftsrouten gibt es dann auch künstlerische Werke zu bestaunen.
Wir übernachten auf einem Rastplatz gerade nach den Brücken. Nichts besonderes, ausser dass wir heute den dritten Tag in folge fast eitlen Sonnenschein geniessen dürfen 😉
Andalsnes
Freitag, 4.9. (54. Tag); Ein letzter (Drohnen-)Blick zurück auf die Atlantkstrasse, bevor wir weiterfahren. Heute nehmen wir es locker und fahren eine grosse Schlaufe bis zu unserem nächsten Uebernachtungsort in Andalsnes. Das schöne Wetter soll bestmöglich ausgenützt werden. Natürlich gibt es auch heute wieder wunderbare Ausblicke auf die Fjorde und, wie kann es anders sein, eine kurze Fährfahrt. Das geht dann aber wie immer; Ruck-Zuck! Für die Abrechnung der Fähren sowie die Maut (meistens in und um die Städte und für Tunnels) habe ich mich bei www.skyttelpass.no und www.autopassferje.no angemeldet. Das ganze finde ich nicht ganz einfach zu verstehen, doch wenn es einmal läuft, kann man von einigen Rabatten profitieren. Also; Googelen!
Hier in Andalsnes machen wir eine kleine Vélo-Tour und chillen den Nachmittag ums Béni-Mobil herum. So gefällt es!
Wunderbare Wanderung Rampestreken bei Andalsnes
Samstag, 5.9. (55. Tag); Heute steht die Wanderung zum Rampestreken auf dem Programm. Gute Schuhe ist das A und O, Wasser und Ersatzwäsche im Rucksack, die Wanderstöcke von Nicole sind auch am Start und los geht es. Am Anfang geht der Weg nur über Stock und Stein, dann kommt die Steintreppe steil hinauf auf 537 m. Hier ist die spektakuläre Aussichtsplattform mit Blick auf Andalsnes und den Romsdalsfjord. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting steige ich auf dem fast hochalpinen, noch steileren Weg bis zur Bergstation der Seilbahn, welche mich wieder nach unten bringt. Gut hat man diese Möglichkeit, denn für den Aufstieg hatte ich gute 1,5 Stunden. Und eben, ziemlich steil…
Nicole hat den Morgen im kleinen Städtchen verbracht und das treiben der rund 1400!… englischen Kreuzfahrtstouristen verfolg. (MS Bolette von und nach Liverpool)
Am Nachmittag fahren wir ins Romstal-Tal, wo das Highlight, «Trollvegen (Trollwand, rund 1000 Meter hoch) auf uns wartet. Unser Uebernachtungsplatz ist heute in einem kleinen Wald mit wunderbaren Blick auf eine Flussschleife!
Trollstigen auf dem Weg nach Geiranger
Sonntag, 6.9. (56. Tag); Das war (schon) wieder ein super Uebernachtungsplatz über dem Fluss in Bjorli.
Wir fahren einen kurzen Weg am Rauma-Fluss zurück. Der hat so viele Gabelungen, was man leider nur auf der Karte oder aus der Drohnenperspektive sieht. Dann geht es auf die nächste «Nasjonale turistveger» dem Geiranger Trollstigen! (in dieser Gegend sind die Troll wirklich allgegenwärtig 😊). Zuerst fahren wir ein paar Spitzkehren den steilen Berg hinauf und oben, anstelle einer spektakulären Aussicht, begrüsst uns der Nebel… Kein Problem, denn auf dem Reisemenu von heute sind noch ein paar schöne Wasserfälle, eine Fährfahrt und der Ausblick auf Geiranger dabei. Wir merken, dass dieser Ort total touristisch ist, denn die Kreuzfahrttouristen sind überall. Da hat Nicole sogar Mühe, zwischen den knipsenden Asiaten einen Platz zu finden.
Wir können uns heute auf dem Campingplatz in Geiranger gerade ans Wasser stellen, und geniessen den Blick auf den wunderbaren Fjord und ein mächtiges «Traumschiff»






































































































































































