Landschaftsroute Havoysund
Samstag, 8.8. (27. Tag); Eine weitere Touristenroute erwartet uns: «Havøysund». Das gleichnamige Städtchen ist Endpunkt dieser 80 Kilometer langen Strasse, welche teilweise mit zerklüfteten Schieferfelsen gesäumt ist. Dann wieder führt der Weg über Hügel und Hochebenen, bis sie mit Blick auf den Arktischen Ozean endet.
Auch auf dieser Strasse gibt es einige Aussichtspunkte, welche entweder mit künstlerischen Elementen gestaltet wurden, oder ein Natur-Highlight einbinden. Das ist zum Beispiel dort, wo der Lillefjord Wasserfall über mehrere Stufen hinunterfällt. An diesem Ort übernachten wir heute. So kann ich mir am Nachmittag noch gemütlich ein Bad in einem der kleinen Becken genehmigen. Oder aber ehrlich gesagt; ich kann dort ein paar Sekunden planschen, denn das Wasser ist natürlich Brrrrrrrr!
Hammerfest
Sonntag, 9.8. (28. Tag); Wir machen noch einen kleinen Marsch zum Wasserfall, bevor es leicht zu regnen beginnt. Auf der Fahrt nach Hammerfest gibt es nochmals einen Blick auf die bizarren Schieferfelsen. In Hammerfest (mit dem Eisbären auf dem Stadtwappen) träumen wir von einem schönen Fischrestaurant als Entschädigung für den verregneten Tag. Aber hier ist nur gähnende Leere. Liegt es am Sonntag oder an der Stadt, welche, je nach Definition von Stadt… als nördlichste Stadt der Welt angesehen wird? Wir finden dann doch noch ein kleines Restaurant, wo es für uns aus der Palette von einfachen Speisen eine feine Crêpe gibt.
Neben der Kirche gibt es hier noch den Struve-Meridianbogen. Hier wurde im 19. Jahrhundert die Grösse und Form der Erde vermessen. Es ist für mich aber schwer ein schönes Foto zu machen, stehen mir doch Einheimische immer vor der Linse… 😊
Ja, die Rentiere waren für uns vor zwei Wochen noch der grosse Hingucker, doch je weiter wir nach Norden gekommen sind, desto eher sieht man diese faszinierenden Tiere. Hier in Hammerfest auch im Kirchenpark, auf den Strassen oder Spielplätzen – Hauptsache es gibt etwas zum Fressen!
Alta mit (Freiluft-) Museum
Montag, 10.8. (29. Tag); In Alta hat es wieder einmal eine LPG-Tankstelle. Wir haben seit Schweden genau eine Flasche (netto 25 lt) gebraucht. Die zweite Flasche, (sie wäre austauschbar), ist immer noch voll.
Nach einem Lebensmittel-Grosseinkauf bei «Extra» machen wir einen Zwischenhalt an der Nordlichtkathedrale. Da bin ich als ehemaliger Titanhändler natürlich entzückt, diesen aussergewöhnlichen Werkstoff als Fassade zu sehen. Im Aussenteil vom Alta-Museum sehen wir die Felsritzungen von Hjemmelsuft. Sie sind bis zu 7000 Jahre alt, wurden aber erst vor 60 Jahren entdeckt. Die rote Farbe der Symbole wurde nach den Ausgrabungen hinzugefügt, damit man die Konturen besser sieht. Diese Technik wird heute aber nicht mehr angewendet.
Auf dem weiteren Weg hat es ein kleines, privates Museum in einer Scheune. Die Lebensaufgabe des Besitzers ist es, die Geschichte der Tirpitz (Deutsches Schlachtschiff im 2. Weltkrieg) mit Artefakten, Filmen und Modellen zu zeigen.
Nicht viel weiter ist unser schöne Uebernachtungsplatz an einem Fjord. Da gibt es einen ersten Versuch mit der Fischerrute. Für die Fotos der Fische habe ich leider auf diesem Step keinen Platz mehr… 😊 😉
Dienstag + Mittwoch 11.+12.8. (30.+31. Tag); Gestern war das Wetter «ziemlich» regnerisch (so wie übrigens auch heute…). Wir sind nur etwa zwei Stunden gefahren, und haben uns auf einem Campingplatz eingerichtet. Wäsche waschen, und vor allem die Batterien wieder einmal voll aufladen waren angesagt. Denn gestern Abend, kurz vor der Bettruhe, war forciertes Lichterlöschen! Irgend etwas ist mit der Anzeige im Womo, dem BMS, und meinen regelmässigen Checks noch nicht ganz… eingespielt 😉.
Vor unserem Platz graben sich gerade Wattwürmer durch den Schlamm. Das ist, wenn am Nachmittag Ebbe herrscht, hier gut sichtbar.
Der Plan von heute war, einfach mal Richtung Tromsø zu fahren. Doch was wollen wir auch anderes machen, als an den Ufern der Fjorde entlangzufahren, hie und da ein mythisches Foto fürs Album zu schiessen, und hopp – schon sind wir in Tromsø! Die Sonnenfinsternis schauen wir dann auf Youtube an… 😉 Da kommt heute kein Sonnenstrahl mehr durch die Wolken!
Tromsø
Donnerstag, 13.8. (32. Tag); Heute sind ein paar Highlights von Tromsø angesagt. Doch zuerst bewältige ich die 1203 Stufen der Sherpatreppe auf den Hügel, welche nicht weit von unserem Campingplatz beginnt. Die Aussicht von da oben ist phänomenal. Ich verzichte auf das Gedränge der Pauschaltouristen in der Seilbahn und nehme auch für den Rückweg wieder den Wanderweg.
Dann geht’s in die Stadt; Vor der Tromsø-Brücke, welche gerade in Renovation ist und nur per pedes oder Fahrrad benützt werden kann, steht die Eismeerkathedrale. In der Stadt besuchen wir das kleine Museum der Trolle und das Polarmuseum. Dieses ist zu einem grossen Teil dem Polarforscher Roald Amundsen gewidmet. Unglaublich, mit welchen einfachen Mitteln er seine Expedition 1911 zum Südpol erfolgreich gestalten konnte! Da heute sich das Wetter wieder von seiner besten Seite zeigt, können wir sogar auf der Terrasse vom Vertshuset Skarven, einer Institution von Tromsø Mittagessen.
Aquarium von Tromsø und Glück beim Fischen
Freitag; 14.8. (33. Tag); Bevor wir Tromsø ganz verlassen, besuchen wir in der Stadt noch das Aquarium. Es heisst Polaria. Ein grosser Teil ist den Seehunden gewidmet, und die Fütterung sicher ein Highlight. In einer Nische des Aquariums macht Nicole ein Sealfi/Selfie.
Dann verlassen wir die Stadt und die Region. Unser Ziel ist Sommaroy. Danke Ruth für den Tip. Schade ist das Wetter nicht schöner, denn dann kämen die vielen kleinen Inseln mit den weissen Stränden und dem karibikblauen Wasser besser zu Geltung. Wir haben unseren Ubernachtungsplatz gerade bei der schön geschwungenen Brücke. Da kann ich auch wieder einmal fischen. Und – ja genau; heute habe ich auch noch Platz auf diesem Step für den «catch of the day» 😊
Mit der Fähre nach Senja
Samstag; 15.8. (34. Tag); Die Anlegestelle für die Fähre welche auf die Insel Senja fährt, ist nur zehn Minuten entfernt. So können wir uns noch genügend Zeit für das Frühstück und die Aussicht nehmen, bevor es weiter geht. Das war übrigens nicht unser erste Uebernachtungsplatz, welcher nah an einer Strasse war. Doch hier im Norden läuft auf den Strassen so wenig, also überhaupt kein Problem!
Auf Senja wollen wir auch wieder die schöne Landschaftsroute fahren. Die wäre sicherlich ziemlich spektakulär – ohne hartnäckigen Nebel! So erfreuen wir uns eben wieder an den Rastplätzen und den goldigen oder silbrigen WC-Häuschen. 😊 Doch gerade am Aussichtspunkt Tungenset mit dem Holzsteg und dem Blick auf die steilen Berge hat der Nebel verbarmen mit uns, und verzieht sich für einen Moment.
Kurze Zeit später sehen wir am Ende des Fjords den Steinfjord Strand und die Möglichkeit, mit Blick auf das Meer den Nachmittag zu verbringen; da bleiben wir!
Und weiter nach Andoya
Sonntag, 16.8. (35. Tag); Heute haben nur 40 Kilometer zum fahren, denn wir wollen auf die nächste Insel; Andoya. Am Fährhafen warten aber schon einige Fahrzeuge auf die Überfahrt. Schlussendlich müssen wir über sechs Stunden auf die übernächste Fähre warten. Das geht aber ruck-zuck; Ich gehe ein bisschen fischen, habe aber nur eine leuchtend-orange Qualle gesehen. Nicole macht ein paar schöne (Spiegel-) Bilder und schon sind wir auf der 19-Uhr Fähre.
Bootsfahrt zur Papageitaucher-Insel
Montag – Mittwoch 17.-19.8. (36. – 38. Tag); Weiter als 15 Minuten nach Bleik schafften wir es vorgestern, dem Regen-Wind-&-Nebel-Wetter geschuldet, nicht. Eine mögliche Walsafari kann wegen hohem Wellengang nicht stattfinden. Doch eine Bootsfahrt zur Papageitaucher-Insel ist möglich. Die Vögel sind schon dort, doch fliegen sie so schnell und sind so klein, dass die Fotoausbeute minim ist. Zudem wurde mir bei diesen hohen Wellen noch klar die Grenzen aufgezeigt, dass ich nicht zum Seemann geboren wurde… Mit Tee und vorsichtigem Essen baute ich mich am Abend wieder auf…
Gestern schafften wir genau einen Kilometer zum auf Campingplatz! Das Wetter lässt mehr als zwei Maschinen Wäsche und viel Internet nicht zu. Viel zu viel Wind!
Heute dann wieder Prospekt-Wetter. So fahren wir quasi von A nach B d.h. von Bleik nach Nyksund, ein mehr oder weniger verlassenes Fischerdorf. Die Fahrt dahin führt uns an den schönsten Fjorden mit teilweise weissen Sandstränden hin. Auf Andoya gibt es übrigens ein Spaceport, ein kommerzieller Startplatz für kleine Satellitenträger. Da gab es seit 1962 schon über 1000 Starts und diese Tage ist schon ist wieder einer geplant!
Heute übernachten wir wieder einmal mit bestem Blick auf eine Bergkette und den Fjord.
Hurtigruten-Museum
Donnerstag, 20.8. (39. Tag); Wieder einmal Frühstücken vor dem Béni-Mobil; das gehört für uns einfach dazu und wird auch sofort bildlich festgehalten 😉. Heute besuchen wir das Hurtigruten-Museum. Ein Top-modernes Gebäude wurde da um die MS Finnmarken gebaut, welche zwischen Bergen und Kirkenes verkehrte. Dieses Schiff, erbaut 1956, war fast 40 Jahre im Einsatz. Heute sind auf dieser Strecke schon modernere Schiffe unterwegs. Auf einer Norwegenreise bekommt man diese immer wieder vor die Linse. Perfekt für die Drohne! Und wenn wir schon dabei sind; noch ein (weiters… 😊) Bild von unserem heutigen Uebernachtungsplatz, weit weg von Lärm und Stress. Und der Blick auf die Lofoten in der Ferne lässt die Vorfreude noch mehr steigen!

















































































































































































