Die Lofoten; Svolvaer und das „Magic Ice“
Freitag, 21.8. (40. Tag); In Melbu nehmen wir nach einer kurzen Wartezeit die Fähre auf die Lofoten. Eines der ersten Highlights ist die «Vagan Kirke», auch Lofoten-Kathedrale genannt. Sie hat eine 900-jährige Geschichte, welche stark mit der Fischerei zusammenhängt. Uns gefällt vor allem die Vogelperspektive mit den ersten Blicken auf die vielen Berge und Fjorde der Lofoten.
In Svolvaer machen wir eine (kurze) Kältetour im «Magic Ice». Bei Minus 5 Grad sind wir froh, bekommen wir einen Poncho und Handschuhe, um die paar Eisskulpturen zu bewundern. Einen hochprozentigen Drink ist im Eintrittsticket dabei, das wärmt dann von innen! 😉
Wir machen noch einen kurzen Abstecher nach Kabelvag und versuchen zu verstehen, wieso dieser Ort einmal eine Art «Hauptstadt der Lofoten» war; Es war ein Fischereizentrum, da im Winter jeweils riesige Mengen von Kabeljau (Dorsch) aus der Barentsee zu den Lofoten ziehen. Die wurde gefangen, zu Stockfisch (an der Luft getrockneter Fisch) verarbeitet und exportiert.
Der Fussballplatz von Henningsvaer
Samstag, 22.8. (41. Tag); Das habe ich mir schon immer gewünscht; mit meiner eigenen Drohne den Fussballplatz vom Henningsvaer zu überfliegen! Obwohl heute ein ziemlich nebliger Tag ist, komme ich da voll auf meine Rechnung. Auch sonst ist das berühmte Fischerdorf, das Venedig der Lofoten, sehr fotogen. Wir parken unser Wohnmobil vor der letzten Brücke, und erkunden diesen Touris-Hotspot mit den Fahrrädern. Da geht einiges rein in zwei Stunden!
Den Tag haben wir aber mit einer Planänderung angefangen; Anstatt eine Bootstour zu machen, haben wir das Ende Juni neu eröffnete Skrei-Museum besucht. Da wird in einer modernen, interaktiven Ausstellung alles über den wandernden Kabeljau erzählt. Das passt alles super zusammen; vor ein paar Tagen konnten wir unseren ersten selbst gefangenen Kabeljau (Dorsch) geniessen und heute sind wir in diesem spektakulären Museum, wo alles über die Fische, die Menschen und die Geschichte der Lofoten-Fischerei erklärt wird. Das gefällt uns!
Mit dem Schiff zum Trollfjord
Sonntag, 23.8. (42. Tag); Gestern haben wir noch die einfache Feuerschale ausprobiert. Sehr schön, doch wie viele lauschige Abende wird dieses dünne Gestell wohl aushalten?
Heute geht es also mit dem Schiff «Alea of Lofoten» zum Trollfjord, einem etwa zwei Kilometer langen, und ziemlich schmalen Fjord mit steilen Felswänden. Fast noch eindrücklicher sind auf dem Weg von Svolvaer zum Fjord die zwei Stopps, welche das Boot eingelegt hat, um Seeadler zu beobachten. Diese sammeln sich an ein paar Felsen und warten, bis sie angefüttert werden. Doch dann ist es ein wunderbares Schauspiel, wie diese Könige der Lüfte auf die Fischbrocken hinunterstechen und mit ihren scharfen Krallen die Beute aus dem Wasser fischen. Immer wieder machen ihnen aber auch Möven den Frass streitig.
Wir bleiben heute einen weiteren Tag auf dem Stellplatz im Hafen- und Industriegelände von Svolvaer. Das gibt mir die Gelegenheit, die öffentliche Sauna, welche auf einem Floss liegt, zu testen. Die Eintrittszeit wird wie vieles hier in Norwegen über eine App gebucht. Einen Eintritts Badge gibt es im Hotel daneben und dann geht es rein ins heisse Vergnügen. Zwei Saunen und vor allem die Möglichkeit sich im Meer abzukühlen, sind für uns schon speziell.
Wandern auf der Insel Gimsoya
Montag, 24.8. (43. Tag); Heute haben wir uns vorgenommen, um die Insel Gimsoya zu fahren. Die ist nicht sehr gross. Es geht wie so oft über eine schön geschwungene Brücke und schon bald sind wir am Golfplatz «Lofoten Links» angekommen. Ein schön in der Moorlandschaft eingebetteter (Links-) Küstenplatz. Hier gibt es eine von «visit Norway» vorgeschlagene Wanderung auf den «Hoven», Sie ist nicht sehr lang , soll aber eine grossartige Aussicht auf 370 müM haben. Die ersten hundert Meter sind flach und recht sumpfig, gar richtig nass. Dann steigt der Weg steil bis zum Gipfel hinauf. Und wirklich, die 360 Grad Aussicht lässt keine Wünsche offen. OK, vielleicht die Fernsicht… Da oben hat es doch einen zügigen Wind; also, schnell das T-shirt wechseln, die Windjacke an und wieder zurück zum Womo. Gut habe ich wieder die Wanderstöcke von Nicole, das entlastet doch die Gelenke um einiges. Die Wanderung dauerte knapp zwei Stunden.
Wir fahren noch ein bisschen weiter und finden einen einsamen Platz vor der kleinen Insel Sandoya. Die feinen Tortilla zum Nachtessen haben wir uns redlich verdient!
Wikingermuseum
Dienstag, 25.8. (44. Tag); Wir haben nahe vom Wikingermuseum übernachtet, und können früh das «Lofotr Vikingmuseum» besuchen. Zuerst schauen wir uns einen Film an, dann geht es ins rekonstruierte Langhaus. Hier gibt es Live-Vorführungen und Erklärungen über das Wikingerleben in E/D/F. Die Norweger sind echte Sprachgenies! Ich nehme dann noch den 20-minütigen Marsch an den See unter die Füsse, um dort das nachgebaute Wikingerschiff zu sehen.
Unser Mittags-Halt machen wir gerade neben einem Gestell, wo der Stockfisch getrocknet wird. Die Köpfe hängen da immer noch rum.
Nun fahren wir weiter und wollen einige der magisch-weissen Strände sehen. Die heissen Unstad (das Surfer-Mekka der Lofoten) Haukland und Uttakleiv. Am letzten Strand machen wir aber schnell Rechtsumkehrt. Das Wetter spielt nicht gerade mit, die Parkgebühren machen keinen Spass und überhaupt ist die ganze Gegend mit «No Parking – No Camping – Schildern» übersät. Ein bisschen weiter finden wir aber dann doch ziemlich schnell «unseren» Platz für die Nacht mit Blick auf Berge und Fjord.
Nusfjorden, Ramberg
Mittwoch, 26.8. (45. Tag); Ein wunderschöner Tag bahnt sich an; die Sonne wird sich nämlich immer wieder zeigen und so den Süden der Lofoten für uns zum spektakulärsten Teil der Lofoten küren! Doch zuerst geht es nur harzig vorwärts; wegen Bauarbeiten in einem Tunnel wird die ganze Strasse für eine halbe Stunde gesperrt. Dann aber jagen sich ein Höhepunkt nach dem anderen:
- Nusfjord liegt ganz versteckt und besticht mit den Häusern auf Stelzen. Das sind meistens ehemalige Fischerhütten, heute oft Wohn- oder Ferienhäuser.
- Einer der vielen weissen Sandstrände liegt bei Ramberg. Hier denken wir natürlich an Gudrid, eine liebe Reisefreundin welche hier aufgewachsen ist 😊
- Die zwei schön geschwungenen Brücken überqueren wir hin und zurück, da wir bis ins verlassene Selfjorden fahren.
- Es folgen einige Fischerdörfer und atemberaubende Blicke auf Fjorde und steile Felswände bis wir in A ankommen. Auch da ist die Strasse «fertig» und wir fahren nach Reine, wo wir direkt auf den Stellplatz am Hafen fahren.
Ein landschaftlich perfekter 1A+ Tag!!
Wanderung auf den Reinebringen
Donnerstag, 27.8. (46. Tag); Was für ein Ausblick vom Reinebringen! Also so eine schöne Aussicht habe ich noch selten genossen! Und zudem ist das noch recht «günstig» zu haben; von der Strasse sind es «nur» 2000 Tritte auf der Sherpatreppe bis zum Gipfel auf 448 m.ü.M. Dann muss ich aber noch etwa eine Stunde den hartnäckigen Nebel aussitzen…😉 und hier ist sie; die wahnsinnige Aussicht auf Reine, das Bergpanorama, die Fjorde und die umliegenden Inseln.
Das Hinuntersteigen ist dann schnell erledigt. Jetzt gibt es aber zuerst eine wohltuende Dusche, die Wanderung war doch recht schweisstreibend. Mit Nicole machen wir dann noch eine Erkundungstour im Ort. Es ist schon schön, wenn die Sonne so wärmend scheint! Da kommt schnell richtiges Ferienfeeling auf!
Wir haben vorgestern die Nachmittagsfähre von Moskenes nach Bodo gebucht. So können wir stresslos die Abfahrt um 15.30h geniessen und sind nicht eines der rund zehn Fahrzeuge welches mit der 19.00-Uhr Abfahrt vorlieb nehmen muss.































































































































