2026; Balkanreise: Bosnien und Herzegowina

Bosnien und Herzegowina; das Sutjeska Denkmal

Montag, 27.4. (49. Tag Nachmittag);  Heute wollen wir im Sutjeska Denkmal besuchen. Vom kleinen Besucherparkplatz geht es über eine Wiese und einer Treppen zum Monument hoch. Es erinnert an den Durchbruch der kommunistischen, jugoslawischen Partisanen durch die feindlichen, deutsch/Italienisch Linien.

Heute, wie während den letzten Tagen, sind die Fahrstrecken zwar nicht übermässig lang, doch wegen den schmalen und schwierigen Strassenverhältnissen sehr anstrengend. So bleiben wir den ganzen Nachmittag auf dem Parkplatz beim Denkmal.

Dienstag, 28.4. (50. Tag); Eigentlich sind wir ja nur auf dem ganz normalen Parkplatz vom Sutjeska-Denkmal, aber kurz nach Sonnenaufgang ein Bild mit der Drohne, dann mit dem Flugobjekt nochmals kurz hinauf um einen letzten Blick auf die spezielle Skulptur zu erhaschen; das sieht doch nicht schlecht aus, oder?

Kurz nach dem Start der heutigen Etappe sehen wir ein Wildschwein am Strassenrand. Doch nun endlich los; es geht durch ein weiteres Tal Richtung Sarajevo. Bei einer Baustelle müssen wir ein bisschen warten, das Strassenschild heisst wie es aussieht; «Schwarzer Punkt» – oder so viel wie «erhöhte Aufmerksamkeit/ gefährliche Strassenverhältnisse/ defensiv fahren. Wir sind noch nicht 24 Stunden in Bosnien und Herzegowina und haben das schon so oft gesehen…

Sarajewo

In, oder besser über Sarajewo stellen wir uns auf einen hübschen kleinen Campingplatz. Nicole besorgt wieder einmal eine kleine Wäsche und ich wandere in 30 Minuten in die Stadt hinunter, dann mit der Gondelbahn auf den Berg Trebevic, wo bei den Olympischen Winterspielen 1984 die heute verlassene und verlotterte Bobbahn steht. Dieser «Lost-Place» sehe ich mir von oben bis unten und von unten bis oben an und erfreue mich an den vielen heissen Fotospots.

Mittwoch, 29.4. (51. Tag); Der Blick von unserem Campingplatz über Sarajevo ist in der Nacht, aber auch am frühen Morgen genial. Wir fahren mit dem Taxi in die Stadt hinunter (am Nachmittag auch wieder hoch). Heute machen wir ein typisches Touristen-Sightseeing; Blick auf die Stadt von der gelben Bastion, dann durch die Altstadt, respektive durch den Basar im Stadtteil Baščaršij. Dann geht es zur grössten Mosche von Bosnien und Herzegowina. Auch die osmanischen Steinbrücke ist geschichtsträchtig, wurde da doch 1914 der Thronfolger von Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Ferdinand  ermordet, was kurz darauf zum Ersten Weltkrieg führte. Ein einfaches Mittagessen mit einem Bosnischen Kaffee (auch wieder mit dem Kaffeesatz…) rundet unseren Besuch von Sarajevo ab.

Donnerstag, 30.4. (52. Tag); Auf der anderen Seite des Flughafens befindet sich der «Tunnel der Hoffnung», welcher 1993 während des brutalen Bosnienkrieges gebaut wurde. Er war während der Besetzung von Sarajewo durch bosnisch-serbische Truppen die einzige Verbindung zur Aussenwelt. Das übersichtliche Gelände hat ein Museum mit Fotos, Videos und Originalgegenständen und zeigt, wie Menschen damals überlebt haben. Zudem kann man einen kurzen Teil vom Tunnel begehen und so diesen authentischen Ort noch besser verstehen.

Wie oft in BIH ( (Bosna i Hercegovina) kann man auch hier nur in der Landeswährung bezahlen, also in Konvertible Mark (KM). Das haben wir bei unserer ersten Reise in den Balkan (siehe dazu auch auf Polarsteps unsere Reise: Kroatien, 14. April 2024, wo wir nach Mostar bei den wunderschönen Wasserfällen von Kravica waren.)

Wir fahren weiter über einen kleinen, ca 50 Kilometer langen Autobahnabschnitt. Doch schon am frühen Nachmittag machen wir für heute Fahr-Schluss und stellen uns hinter ein Hotel. Dort sitzen wir den richtig kalten Tag (ca 10 Grad) aus und hoffen aus wärmere Temperaturen.

Freitag, 1.5. (53. Tag); Rund um unser Béni-Mobil ist das Gras auch zur Frühstückszeit noch immer gefroren; das war wieder eine kalte Nacht!

Bis Travnik sind es nur 20 Minuten. Wir parken unter der Burg und finden auch rasch den Weg hinauf; doch hier ist heute, am 1. Mai, wegen zu geschlossen… Ein Foto mit der Drohne muss es tun!

Jajce

Das nächste Ziel ist Jajce. Wir richten uns auf einem grossen Stellplatz ein. Doch obwohl die Sonne scheint ist es empfindlich kühl. So mache ich ein erstes Sightseeing und starte mit der Burg, hoch über der Stadt. Aus der Vogelperspektive sieht der Grundriss sehr ähnlich wie derjenige der Burg in Travnik aus! Beim runtergehen komme ich zum Eingang der Katakomben, eine unterirdische Kirche. Eigentlich eher eine Kapelle, nicht viel grösser als unser Womo und, wie auch die Burg, nicht gerade der Burner… 😊. Das Highlight von Jajce, die Wasserfälle, sparen wir uns für morgen auf!

Samstag, 2.5. (54. Tag); Wir gehen zum nahegelegenen Wasserfall. Der ist mitten in der kleinen Stadt und natürlich sehr fotogen! So fotogen, dass ich auch mit der Drohne noch fotografieren will. Wollen ist nicht machen, denn beim Start touchiert die Drohne einen Baum und hängt sich unglücklich im Geäst ein. Ich kann zwar, nach mehreren Versuchen mit einer Holzleiste die Drohne lösen, doch sie „crasht“ auf den Boden – ein Arm (der Drohne;-)…) ist gebrochen. Schon wieder ein Totalausfall für den Rest der Reise! Doch so wie ich das sehe und recherchiert habe wird es nur eine kleine Reparatur nach sich ziehen.

Mit dem Womo fahren wir zu den Pliva-Seen, wo die Mini-Mühlen stehen. Die Region ist wirklich bezaubernd; Flüsse, Seen und dazwischen immer wieder ein wunderbarer Wasserfall!

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt durch bergiges Niemandsland gibt es für uns ein Stellplatz-Novum; wir stehen für diese Nacht auf einem Flugplatz. OK, ehrlicherweise ist es ein ausrangiertes, historisches Flugfeld inklusive zerfallenem Hangar und Bunker, welches während der Zeit Jugoslawiens, aber auch im Bosnienkrieg benutzt wurde.

Die wilden Pferde bei Livno

Sonntag, 3.5. (55. Tag); Unser heutiges Ziel ist Livno, genauer die Alp darüber, denn da möchten wir wilde Pferde sehen! Wir fahren also durch wunderschöne Berglandschaften und am Schluss rund 10 Kilometer über eine steile Schotter- und Steinstrasse auf die Hochebene, wo diese Tiere leben sollen. Die Strasse ist für unser Womo ein echter Härtetest, den es hervorragend meistert. Kaum kommen wir auf der Alp an, sehen wir auch schon zwanzig oder mehr Tiere, welche sich teilweise recht aktiv betätigen… Das ist gut so, denn so werden noch viele Naturliebhaber Freude an diesen einzigartigen, wilden Pferdepopulationen haben 😉 Dann geht es zurück nach Livno, wo ich auf Polarsteps sehe, dass unsere Freunde aus Birr (Catherine und Beat) immer noch in der Nähe von unserem nächsten Ziel sind. Ein Anruf, zwei Stunden Fahrt, und schon begrüssen wir uns ein weiteres Mal auf dieser Reise (nach Berat/AL) auf dem Campingplatz vom Una-Nationalpark.

Martin Brod / una Nationalpark

Montag, 4.5. (56. Tag) Ein wunderschönes Aufstehen ist das, mit Blick auf den Fluss «una». Wir frühstücken mit unseren Freunden, bevor sie weiter fahren und wir zum den kleinen Wasserfällen gehen, respektive mit den Fahrrädern fahren.

Wir merken, dass dieser bosnische Nationalpark nicht auf dem ersten Platz der europäischen Touristenattraktionen steht, hat es hier doch kaum Besucher. Aber eben, es gibt so viele schöne Orte auf der Welt (oder in Europa) welche man besuchen kann, auch dieser gehört definitiv dazu! Wir beobachten einige Fliegenfischer, welche im glasklaren Wasser ihrem Hobby nachgehen.

Am Nachmittag wird es so warm, dass wir das erste Mal auf unserer Reise sogar unsere Markise ausfahren. Eine Première!

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